07.05.2013

Es ist eine spannende Zeit

Foto: Abgeordnetenbüro Dirk Adams

Grüne besuchen Leitstelle für die Thüringer Stromnetze

Bei einem Besuch der Thüringer Energienetze GmbH (TEN) in Erfurt informierte sich heute der Arbeitskreis Klima & Energie der bündnisgrünen Landtagsfraktion mit den Abgeordneten Dr. Frank Augsten und Dirk Adams über die Situation der Thüringer Energienetze. Die TEN ist im Freistaat für das Hochspannungsnetz (110 kV), sowie das Mittelspannungs- und Niederspannungsnetz verantwortlich.

Für Geschäftsführer Thomas Teller befindet sich die Energiewirtschaft im Umbruch. Die TEN sieht er für die nächsten Ziele der Energiewende allerdings gut gerüstet. In diesem und in den nächsten Jahren können wichtige Infrastrukturprojekte in Thüringen realisiert werden. Die Integration von 45 % Strom aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 in die Thüringer Stromnetze ist seiner Ansicht nach damit problemlos zu bewältigen. „Damit zeigen sich die Netzfachleute unaufgeregt im Vergleich zu einer Reihe von CDU-Politiker_innen unter ihnen Bauminister Carius, die unser Stromnetz akut vor dem Kollaps sehen“, findet Energiepolitiker Adams.

Grund für die Situation ist eine konsequente Politik der TEN bei der Sanierung der Stromnetze seit der Wende. Immerhin 4,5 Mrd. EUR sind seit dem in die Netzmodernisierung und die Verbesserung der Versorgungsqualität geflossen. So sind mittlerweile 85% des Mittelspannungsnetzes auf die 20 kV-Ebene umgerüstet und damit vereinheitlicht worden. Ein modernes Leitsystem in Erfurt sorgt zudem für einen zuverlässigen, vertragsgerechten und wirtschaftlichen Betrieb der Stromnetze.

In den letzten Jahren hat sich die TEN auf die Herausforderungen der zunehmenden Einspeisung erneuerbarer Energien eingestellt. „Was früher statisch war, muss heute immer flexibler gehandhabt werden“ stellt Thomas Teller fest. Das bedeutet, dass neben einem kontinuierlichen Netzausbau der Einsatz von Regelungstechnik immer wichtiger wird, so der TEN-Geschäftsführer. So werden in Gemeinden mit großen Photovoltaikanlagen heute regelbare Ortsnetztrafos installiert, die Schwankungen der Energieflüsse leichter ausgleichen können. Zudem werden Maßnahmen des Leiterseilmonitorings, wie die regelmäßige Messung von Witterungseinflüssen auf das Netz, deutlich stärker genutzt, um die Energieflüsse besser steuern zu können.

Sorgen bereitet dem Geschäftsführer Teller allerdings der äußerst lange Planungsweg bei Infrastrukturmaßnahmen. Seiner Ansicht nach liegt das Problem „in den Amtsstuben“, weniger bei einer notwendigen Bürger_innenbeteiligung. Zudem habe die gesetzliche Trennung von Netz und Vertrieb, das sogenannte Unbundeling, einen hohen Verwaltungsaufwand gebracht und das Versprechen von Kostenvorteilen für die Stromnutzer_innen nicht einlösen können, so der TEN-Geschäftsführer.

Zudem sprach sich Teller für die Errichtung von Speichern aus. Diese müssten nach Ansicht des Geschäftsführers auch bei den Netzbetreibern direkt angebunden werden können und von den Netzentgelten befreit werden.

Bei der Besichtigung der Leitstelle wurden die verschiedenen Kontroll- und Regelaufgaben deutlich, die ein solcher Netzbetrieb erfordert. Die Arbeit der Computer wird zudem durch eine Reihe von Teams in der Region ergänzt, die Störungen in dem 37.000 km umfassenden Strom-Netzgebiet der TEN zeitnah beheben. Ebenso gilt das für das 6.000 km lange Gasnetz. Immerhin 870 Mitarbeiter_innen sind derzeit für die TEN tätig, und ihre Arbeit wird ganz sicher auch in den kommenden Jahren gebraucht.





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