10.06.2011

Regionale Energieversorgung stärken

Foto: Abgeordnetenbüro Dirk Adams

Stadtwerke und Bündnisgrüne diskutieren

Auf Initiative des Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Kyffhäuserkreis wurde am vergangenen Freitag (10.06.) die Energiewende und ihre Folgen im Carl-Corbach-Club in Sondershausen eingehend diskutiert. Die öffentliche Debatte zwischen dem Geschäftsführer der Stadtwerke Sondershausen Wilhelm Schreier und dem Vorstandsmitglied von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Thüringen Roberto Kobelt wurde von Dirk Adams moderiert.

Roberto Kobelt stieg mit der programmatischen Sicht der Thüringer GRÜNEN in das Gespräch ein. Den vollständigen Umstieg der Thüringer Energieversorgung hält er bis 2050 für absolut realistisch. Ein schnellerer Ausstieg aus der Atomenergie, der vor dem schwarz-gelben Energiekonsens von 2021/22 liegt, ist dabei für ihn der Auftakt zu einer wirklichen Energiewende. Durch den Ausstieg aus der Atomindustrie werden der Erzeugerwettbewerb seiner Ansicht nach gestärkt und die Strompreise mittelfristig gedämpft.

Die Stadtwerke Sondershausen begrüßen den Beschluss zu einem schnellen Ausstieg aus der Kernenergie ebenfalls, fordern aber gleichzeitig tragfähige und verlässliche Rahmenbedingungen. Stadtwerke-Geschäftsführer Wilhelm Schreier: "Wir brauchen Anreize, dass auch die kleineren Marktteilnehmer wie die Stadtwerke neue Kraftwerkskapazitäten in den Markt bringen können."

Seiner Ansicht nach würden bei der Bundesnetzagentur die großen Einheiten bevorzugt. Danach werden die Stadtwerke Sondershausen wie der Energieriese E.ON behandelt und beauflagt, was es den „Kleinen“ schwer mache. Trotz des schwierigen Geschäfts im Stromhandel sieht Schreier Chancen im Bereich des contractings mit Mini-BHKWs, der dezentralisierten Kraftwärmekopplung  sowie bei der Investition in Erneuerbare Energien. So sind die Stadtwerke ganz konkret an Windkraftprojekten im Stadtgebiet interessiert, weil der Strom so gebührenfrei durch die eigenen Netze fließt.

Das zahlt sich nach Ansicht Schreiers dann auch konkret für die Bürgerinnen und Bürger aus, weil der städtische Anteil von 51% an den Stadtwerken Sondershausen jährlich Leistungen der öffentlichen Hand wie Busse subventioniere oder die Strompreise stabil halte.

Generell war man sich einig, dass die regionale Energieversorgung gestärkt werden muss und dass die Stadtwerke der wichtigste Schlüssel  dazu sind. Um regionale Energie regional einzubinden braucht es Investitionen in die Verteilnetze, was gerade insbesondere für Beschäftigung in der Region sorgen dürfte.

Die Sprecher des bündnisgrünen Kreisverbandes Babette Pfefferlein und Jürgen Rauschenbach freuten sich über die positive Aussagen der Stadtwerke Sondershausen. Mit weiteren Veranstaltungen möchte man sich auch künftig möglichst stark in die Diskussion über die Energiewende in der Region einbringen.

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URL:https://dirkadams.de/presse/2011/expand/359092/nc/1/dn/1/