11.06.2018

Besuch im Zughafen: Was braucht die Kreativwirtschaft in Erfurt?

Die Kreativwirtschaft gilt als eine der zukunftsfähigsten Branchen. Auch in Erfurt gibt es das Bestreben, kreative Köpfe samt ihrer Unternehmen anzusiedeln. Doch es gibt einen Punkt, an dem die Kreativwirtschaft schon lange zu Hause ist: Der Zughafen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs unweit des Hauptbahnhofs. Ein Grund mehr, den Zughafen einmal zu besuchen.

Bereits Anfang der 2000er erkannten der Erfurter Musiker Clueso und Andie Welskop, der später sein Manager wurde, das Potenzial des Geländes und erweckten es aus dem Dornröschenschlaf. Mit dem Zughafen etablierten sie über die Jahre ohne finanzielle Förderung mit viel Arbeit ein Zentrum für Kreativwirtschaft. Hier war von Licht- und Tontechnik über Fotografen bis zu hin Musikstudio, Management und Ticketvertrieb fast alles zu Hause, was Clueso brauchte. Vor kurzem entschied sich Clueso, nach langen Jahren der Kooperation etwas Neues zu probieren, und trennte sich vom Zughafen. Nun lautet die Devise für das Unternehmen: Platz für Neuansiedlungen schaffen und das Gelände entwickeln.

Denn laut Andie Welskop ist es vor allem das, was Kreativwirtschaft braucht: günstigen Raum, um sich auszuprobieren und sich zu entwickeln. In Kürze soll das Gelände der Bahn von der Stadt abgekauft werden, um dem Zughafen Planungssicherheit zu geben. Denn der Zughafen möchte sich ausdehnen und hat große Pläne: Gastronomie ansiedeln, die hergerichtete Halle 6 weiter als Veranstaltungsort etablieren, mehr Platz schaffen für weitere Firmen.

Denn Nachfrage ist da. Mittlerweile sitzen im Zughafen neben Fotografen, Kameramann und der Textilveredelung FatInk unter anderem auch die Bierbrauerei Heimathafen sowie eine neu gegründete Whiskeydistille. Der Club Kalif Storch erfreut sich großer Beliebtheit, und auch der neu errichtete StattStrand wird sicherlich nicht nur zum Public Viewing gut besucht sein.

Doch klar ist auch: Erfurt braucht einen weiteren Platz, an dem sich Kreativwirtschaft unkompliziert und günstig ansiedeln kann. Stadt und Land sind nun aufgerufen, zusammen eine solche Investition zu wagen, und beispielsweise das alte Kohlkraftwerk auszubauen. Auch dem Zughafen würde eine finanzielle Unterstützung sehr weiterhelfen. Ich werde an dem Thema dran bleiben!

 



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